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In Feuerbach war es die
Föhrichkirche, die vor nunmehr
33 Jahren voranging in der
Ablösung der elektrisch gesteu-
erten, störungsanfälligen und
unsensiblen Orgel, wie sie
damals auch in der Stadtkirche,
der Lutherkirche und der
Gustav-Werner-Kirche anzu-
treffen waren. Ferner erhielt
die neue Föhrich-Orgel einen
klaren Werkaufbau, der
Prospekt der Orgel (die sichtba-
ren Pfeifenfelder) wurde
gegliedert, und die Pfeifen
wurden mit klangveredelnden
hölzernen Gehäusen umgeben.
Man kann mit Fug und Recht
behaupten, dass die Föhrich-
kirche durch diese Wieder-
verwendung alter, guter Orgel-
bautradition damals ihre Nach-
barkirchen weit hinter sich ließ.

Unsere „Nachbarn“ waren aber
inzwischen auch tätig gewor-
den. Vor Jahren gelang es der
Lutherkirche, außerordentlich
günstig eine sehr schöne Vier-
Orgel zu erwerben; sie erreichte
damit in Sachen Orgel vor-
übergehend die Spitzen position
unter ihren evangelischen
Schwesterkirchen in Feuerbach.
Inzwischen hat auch die Stadt-
kirche an dieser positiven Ent-
wicklung teilgenommen und
sie verfügt mittlerweile über
die Perle unter unseren Orgeln.
Auch die Gustav-Werner-Ge-
meinde konnte im Jahr 1999
eine neue Orgel einweihen.
Die Orgel der Föhrichkirche war
sozusagen der Pionier. Aber
wie immer, wenn neue Gefilde
betreten werden, oder präziser,
wenn verschüttete, gute alte
Traditionen neu ausgegraben
werden, lernen die Nachfolger
vom Vorangehenden, indem sie
dessen Schwächen vermeiden.
So sind etwa die Orgeln der
Lutherkirche und die der
Stadtkirche in sich geschlosse-
ne, homogene Instrumente, die
nicht kaum verändertes altes
Material aus Vorgängerinnen
übernehmen müssen. Dieses
alte Material, das aus, wie man
heute sagen kann, falsch ver-
standener Sparsamkeit in der
Föhrichkirchenorgel teilweise
weiterverwendet wurde, ist
geeignet, das Klanglied der
Orgel spürbar nachteilig zu
beeinflussen. Heute werden
eher weniger, aber bessere und
schönere Register gebaut. Der
mechanische Teil des Instru-
mentes wird nicht so kompli-
ziert, aber wieder - wie im
Barock - auf große Zeitspannen
(weit über ein Menschenalter
hinaus) ungestörter Funktion
hin angelegt. Damit ist der
Gemeinde außerordentlich ge-
dient, muss sie doch nicht
immer wieder in absehbaren
Abständen neue, teure Orgeln
anschaffen, wo es doch wahr-
lich auch andere Aufgaben
gibt, die bewältigt werden
müssen und große Summen
verschlingen.
EIN KAPITEL FÜR SICH:
DIE ORGEL Jürgen Schwab


Manche Dinge an unserer
Orgel, die seinerzeit von den
Spielern als sensationell ange-
sehen wurden, haben sich in
der Praxis nicht immer bewährt.
An dieser Stelle ist etwa die
zweifach wirkende Manual-
koppel (lili und 11/1) zu nennen,
deren Handhabung für einen
nahtlosen Verlauf im Gottes-
dienst zu kompliziert ist. Auch
wollte man seinerzeit, trotz der
auf 15 beschränkten Register-
zahl, möglichst viele Pfeifen
und Klänge unterbringen. So
wich man in einem Drittel der
Fälle auf die Lösung aus, pro
Registerzug mehrere Pfeifen-
reihen verschiedener Farbkraft
zu bündeln, was wohl mehr
Material verbrauchte, aber auch
die Kombinationsfähigkeit er-
heblich einschränkt. Dieses Ver-
fahren mag zwar virtuoser Kon-
zertliteratur dienen, es beein-
trächtigt aber unter anderem
die subtile und fein abgestufte
Kunst, im Gottesdienst mit im-
mer neuen, dem Liedtext ange-
messenen Klangnuancen die
Gemeindelieder zu intonieren.
Die aus der bemängelten
Methode resultierende unge-
schickte Verteilung der Register
behindert auch etwas die präzi-
se Abstimmung an die jeweilige
Singstärke der Gemeinde. Es ist
daher angebracht, in absehba-
rer Zeit eine Überholung unse-
rer Orgel anzusetzen, wobei
dann mangelhaftes Klangma-
terial und vor allem auch
schlecht arbeitende mechani-
sche Teile zu ersetzen oder zu
verbessern sind.
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